Ob Webseite, Blog, Broschüre, Plakat oder Kundenmagazin – die Typographie ist für jede Textgattung von größter Bedeutung. Doch was ist Typographie eigentlich? Typographie bezeichnet einen medienübergreifenden Gestaltungsprozess und bezieht sich dabei auf Schrift, Bilder, Linien, Leerräume und Flächen. Typographie erfüllt zwei grundliegende Aufgaben: Zum einen betont die graphische Gestaltung den Inhalt. Beide Dimensionen sollten sich im Idealfall zu einem gesamtheitlichen Konzept ergänzen. Zum anderen beeinflusst die Typographie die Lesbarkeit eines Textes. Das heißt, eine gute Gestaltung ermöglicht es dem Leser, die Inhalte schnell und fehlerfrei visuell wahrzunehmen.

Grundregeln der Typographie

Damit die typographische Gestaltung diese Aufgaben erfüllt, müssen einige Grundregeln beachtet werden. Als Agentur für konzeptionelle Kommunikation sind wir Experte für Typographie – und das in allen Offline- und Online-Kanälen. Gerne möchten wir Ihnen unsere Top 10 der wichtigsten Tipps für eine gelungene typographische Gestaltung vorstellen. Damit vermeiden Sie klassische Fehler und punkten in Sachen Design.

1) Weniger ist mehr

Der wohl beliebteste Fehler für Neulinge in der Typographie ist der Hang, möglichst viel gestalten zu wollen. Gute Typographie besticht jedoch durch Weißräume. So werden leere Flächen auf einer Seite genannt. Diese ermöglichen erst, dass Inhalte gut zur Geltung kommen. Wer hingegen zu viele Informationen, zu viele graphische Elemente auf engen Raum zusammendrängt, der konterkariert diesen Effekt: Statt ins Auge zu stechen, geht die Gestaltung in der Masse an visuellen Eindrücken unter

2) Die Wahl der Schrift

Sachlich nüchtern oder ausdrucksstark und emotional? Es gibt tausende Schriftarten – und Ihre Wahl ist keinesfalls beliebig. Für eine gute Typographie muss immer die Leitfrage im Raum stehen, welche Schrift passt zum Inhalt? Dabei kann die Schrift bewusst auffällig sein und die Inhalte betonen oder auch eher dezent ausfallen, damit der Inhalt im Fokus steht

3) Nicht zu viele verschiedene Schriftarten nutzen

Wer einmal die Fülle an Schriftarten entdeckt hat, neigt schnell dazu, möglichst viele verwenden zu wollen. Was für Abwechslung stehen und das Lesevergnügen steigern soll, endet schnell im Chaos. Erfahrene Designer empfehlen deswegen für eine gelungene Typographie allenfalls die Verwendung von zwei verschiedenen Schriftarten.

4) Gegensätze sorgen für Spannung in der Typographie

Dennoch sollten Sie keinesfalls nur eine Schriftart nutzen. Um die Lesbarkeit zu steigern und Unterschiede – beispielsweise von Mengentext und Überschrift – zu verdeutlichen, wählen Sie am besten zwischen zwei verschiedenen Schriftfamilien. Für Überschriften empfehlen erfahrene Typographen eine Schrift ohne Serifen (Grotske), für den Mengentext hingegen eine Serifenschrift.

5) Schriftgrößen: Wie groß darf‘s denn sein?

Für den Mengentext bietet sich eine Schriftgröße von 8 bis 12 Punkt an. Und was ist mit der Überschrift? Diese sollte für eine ansprechende Typographie doppelt so groß sein. Sprich: Ist der Mengentext mit Schriftgröße 12 Punkt gesetzt, sollte die Überschrift 24 Punkt entsprechen.

6) Schriftgrößen auf den Punkt bringen

Eine gute typographische Gestaltung bedeutet meist, Gestaltungsoptionen reduziert zu nutzen. Das gilt auch für die Wahl verschiedener Schriftgrößen. Legen Sie eine für die Überschrift und eine für den Mengentext entsprechend der Regel aus dem vorangegangenen Tipp fest. Ergänzen Sie eventuell eine dritte Schriftgröße für Zwischenüberschriften. Mehr sollten Sie bei den Schriftgrößen jedoch keinesfalls variieren.

7) Schriftauszeichnungen sinnvoll nutzen

Zugegeben: Dieses Beispiel zeigt, wie man es nicht macht. Vielmehr sollten Sie bei der Wahl Ihrer Schriftauszeichnung – also ob eine Schrift kursiv, halbfett, fett oder gar extrafett gesetzt wird – den Weg moderner Typographie gehen. Hierbei werden bewusst Kontraste zwischen den verschiedenen Inhaltselementen erzeugt, um die Lesbarkeit zu steigern. Setzen Sie beispielsweise Zwischenüberschriften fett, um eine deutlich kontrastive Wirkung zu erzielen

8) Ist Blocksatz King?

Lange Zeit galt der Blocksatz mit seiner symmetrischen Wortausrichtung als typographisches Dogma. Doch spätestens seitdem Texte im Internet erscheinen und deren Ausrichtung durch Größe des Browserfensters oder die Wahl des genutzten Endgerätes schwankt, kann der Blocksatz in einem Super-GAU für die typographische Gestaltung münden. Im Idealfall setzt ein erfahrener Typograph Ihnen den Blocksatz deswegen am besten individuell. Dies ist jedoch zeit- und arbeitsintensiv. Um ohne großen Aufwand unschöne Löcher im Text zu vermeiden, wählen Sie lieber die linksbündige Ausrichtung.

9) Ein Bekenntnis zum Durchschuss

Erkennen Sie hier die einzelnen Zeilen? Das ermöglicht unser Durchschuss. Damit ist der Abstand zwischen den einzelnen Zeilen gemeint. Für eine gelungene Typographie beträgt dieser laut Faustformel mindestens ein Fünftel der Schriftgröße oder mehr. Achtung, je länger ein Text ist, umso größer sollte der Durchschuss gewählt werden.

10) Die Zeilenlänge ist entscheidend

Weder zu lang, noch zu kurz – so sollte die Zeilenlänge für eine lesbare typographische Gestaltung gewählt sein. Etwa zehn Worte oder 50 Zeichen können als Richtwert einer Zeilenlänge für die Spaltenbreiten etwa mehrspaltiger Broschüren oder Magazine gelten. Bei einspaltigen Drucksachen kann der Wert auf 70 Zeichen pro Zeile erhöht werden, bei Büchern auf bis zu zwölf Wörter.

Mit unseren Tipps vermeiden Sie viele Fehler. Doch für hochwertige Typographie gibt es oftmals keinen Königsweg, da jeder Fall individuell ist. Eines ist Design jedoch nie: beliebig. Sollten Sie sich in Gestaltungsfragen unsicher sein, kontaktieren Sie unseren Experten Paul Klaenfoth: klaenfoth@pixelproduction.de